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1. Josef Harreiter
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1921 geboren, arm aufgewachsen, zunächst begeistert für Hitler. Harreiter kommt als Panzerwart an die russische Front, wird in Schitomir (Ukraine) Zeuge eines Massakers der SS an Juden. Eine Welt bricht für ihn zusammen. Er wird ein „passiver" Soldat, entgeht durch Zufall Stalingrad, wird schwer verwundet, desertiert bei der Ardennenoffensive, überlebt das gefürchtete „Hungerlager" Rennes und kehrt am 6. Juni 1946 in die Heimat zurück. |
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2. Helmut Heuberger
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Aus deutschnationalem Elternhaus, kämpft ab 1935 als „illegaler" Hitler-Junge für Österreichs Anschluß an Deutschland. Wird 1943 in Rußland schwer verwundet. Informationen seiner Cousine Hanna Reitsch, Testfliegerin der Luftwaffe, beweisen ihm, dass Hitler bewußt einen verlorenen Krieg nur noch um seine Macht weiterführt. Abgestürzt aus seinem Idealismus wird er im österreichischen Widerstand eine Tiroler Leitfigur der Gruppe O5.
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3. Stefan Hollenthoner
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Der Vater von Stefan, ein christlich-sozialer Landtagsabgeordneter, respektiert die Begeisterung seines Sohnes als Hitler-Junge. Der NS-kritische Vater verhindert damit einen Bruch in der Familie.
Stefan kommt als Kriegsfreiwilliger zur Marine und wird mit dem Landungsboot Fährpram F211 ans Schwarze Meer abkommandiert. Er überlebt die Auflösung des Kuban-Brückenkopfs, die Krim-Räumung, die „Hölle" von Sewastopol und die Sprengung der Schwarzmeer-Flotte. Nach abenteuerlicher Flucht durch Jugoslawien wird er in Ostpreußen und dann bei Berlin eingesetzt. In russischer Gefangenschaft entgeht er der Erschießung, weil er kurz davor einem russischen Feldwebel das Leben gerettet hat.
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4. Emil Kikinger
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1928 geboren wächst Emil in ärmlichen Verhältnissen bei seinem, dem NS-Regime gegenüber kritischen Großvater auf. Er schließt sich den „Schlurfs" an, die Grenzgängerei zwischen Widerbostigkeit und Widerstand betreiben und eine eigene Liedkultur entwickeln. Kikinger entgeht mehrmals einer drohenden Verhaftung, rückt Ende 1944 zur Marine ein, kommt an die Nordsee und erlebt das Kriegsende in Ostfriesland, wo er interniert wird. Seine Berichte vom Überleben in aussichtslos scheinenden Situationen zeugen von einer spezifisch
österreichischen Lebensart.
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5. Therese Kobencic
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Aufgewachsen in der Nähe von Braunau, dem Geburtsort Adolf Hitlers, verfolgt das Mädchen die sich überstürzenden politischen Ereignisse vor dem Anschluß Österreichs mit wachem Interesse. Beim Kriegsausbruch ist Therese Kobencic als Dienstmädchen in Wien beschäftigt. Sie wird 1943 Luftwaffenhelferin. Zu ihrem Tätigkeitsbereich zählt das Einzeichnen von Feindeinflügen in Spiegel-schrift. Die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg ist ihr, die sich als Mundartschriftstellerin profiliert hat, ein großes Anliegen. |
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6. Maria - Theresia Kohlbeck
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Im Lexikon der Maria Kohlbeck-Kaltenbrunner ist „Politik" ein leeres Wort und Angst ein Fremdwort. Die Namensgleichheit mit dem SS-General Kaltenbrunner erweist sich für die systemkritische Familie als Schutzschild. Als Technische Zeichnerin am „Hexengrund", dem Waffenplatz Gotenhafen, weiß sie über den Entwicklungsstand von Lufttorpedos Bescheid. In der Gefangenschaft wird sie von den Briten zum Übersetzen der Torpedounterlagen herangezogen. |
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7. Erika Nemschitz
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Die Mutter der 1932 geborenen Erika war im wahrsten Sinn eine „Mutter Courage". Mit großem Mut setzt sich die Arierin, die zum jüdischen Glauben übergetreten war, gegen Gestapo, Behörden und „liebe" Mitmenschen durch. Vor allem, wenn es darum geht, ihrem Mann, der Halbjude ist, vor Deportation zu bewahren und ihrem Kind das Schicksal der Verfolgung zu ersparen. Die Erinnerung an den Alltag in ihrer Kindheit und Jugendzeit, sagt Erika Nemschitz, hat sich in ihre Seele eingefressen und wird immer präsenter, je älter sie wird.
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8. Erwin Rudolf Mayr
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Als 13jähriger ist Erwin Rudolf 1938 Feuer und Flamme für die deutsche Wehrmacht und begeistert, dass Österreich als Ostmark wieder am Meer liegt. Von der Hitler-Jugend wird er wegen unerlaubten Verhaltens gegenüber dem NS-Regime ausgeschlossen. Nach dem Reichsarbeitsdienst kommt er 1943 zur 44. Division („Hoch- und Deutschmeister") an die italienische, dann an die russische Front westlich von Wien, wo er kurz vor Ende des Krieges noch desertiert. Seine Vision: Aktivieren von Toleranz, seine Botschaft: „Es ist das Unzulässigste, nach dem Leben eines anderen zu trachten!" |
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9. Fredy Pietsch
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Alfred, genannt Fredy, Jahrgang 1925, wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. Er wird für einen Apfel und ein Schmalzbrot „Wahlhelfer" Hitlers und ist tief berührt, als er sieht, wie Juden mit dem Zahnbürst'l den Gehsteig reinigen müssen.
Fredy wird während seines Reichsarbeitsdienstes im Warschauer Ghetto eingesetzt. Eine schwere Verwundung rettet ihn vor der Kriegshölle an der
Ostfront. Im September 1944 kommt er zu den Gebirgsjägern nach Mittenwald und gerät in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
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10. Hatto Georg Scheer
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Als er 1927 geboren wird, sind seine Eltern schon verschworene National-sozialisten. Hatto erlebt die Hoffnungen und Schattenseiten des Lebens „Illegaler", wird als „Herrenmensch" erzogen, genießt seine Karriere bei der Hitler-Jugend, den Triumpf des Anschlusses, und hat als Heranwachsender Freude daran, sich als Sieger von morgen zu fühlen. Er erträumt sich ein Leben in fescher Uniform, meldet sich freiwillig zur Luftwaffe, wird im November 1944 einberufen und wenig später verwundet.
Hatto Georg Scheer ist der Bruder von Rauthgundis Süß.
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11. Rautgundis Süß
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Die Tochter von illegalen Nazis wird schon als Kind für Kurierdienste eingesetzt. Als auffliegt, dass die Mutter nicht rein arisch ist, ist an einer weiteren Karriere beim BDM nicht mehr zu denken. Sie flieht aus der Heimat, um an einem Ort, wo niemand über ihre erbliche Belastung Bescheid weiß, eine Ausbildung als Kindergärtnerin absolvieren zu können und landet in Posen (Polen). Dort betreut sie unter anderem Kinder, die ihren polnischen Müttern weggenommen wurden, weil die Väter deutsche Soldaten sind. Kurz vor dem Kriegsende wird ihre Flucht vor den Russen mit 60 ihr anvertrauten Kindern zur Odyssee.
Rauthgundis Süß ist die Schwester von Hatto Georg Scheer.
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12. Irma Trksak
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Geboren 1917 als Tochter eines tschechischen Sozialdemokraten, aufgewachsen in Wien, Widerstandskämpferin der ersten Stunde. Sie wird wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Zersetzung der Wehrkraft" verhaftet. Es folgen ein Jahr Einzelhaft im Polizeigefangenenhaus Roßauerlände und drei Jahre KZ Ravensbrück. Ihre dortige Blockälteste, die österreichische Sozialdemokratin Rosa Jochmann, wird ihr großes Vorbild. Nach einem Verrat kommt Irma Trksak in das Vernichtungslager Uckermark, wird unmittelbar vor Kriegsende in einem der berüchtigten Todesmärsche westwärts getrieben, flüchtet und überlebt.
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