1. Prof. Dr Koch
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Mit einem Flugzeugführer da hin geflogen, und da haben wir jeweils auf dem Feldflugplatz da bei Woltschansk, Woltschansk, die „Sanitäts-Ju 52„ vollgeladen, wir waren sechs Mal da gewesen, voll geladen wieder zurück, mit dem Sanitätsflugzeug, beim siebten Mal stehen da Pinien, ich sag „ Das sind Bomben, die sie da geschmissen haben, da hinten nicht", ich sag „Gott sei dank, da sind sie da gewesen, da können wir dann jetzt ruhig wieder da hinfliegen, nicht." Also wir sind im Landeanflug, mußten also die Kurve hinten herum fliegen, von hinten wieder auf den Platz, wegen Westwindes und dann in diesem Landean- flug kommen plötzlich zwei „Ratas" an und erwischen uns im Landeanflug von hinten, und dann haben sie die Maschinen: „Brrrrrrrrrrrr", zweimal durch das Flugzeug, alles flog rum. Die Splitter, der Hauptfugzeugführer, der links saß, der kriegte einen Streifschuß am Kopf, da hing der Fetzen so daneben. Und ich kriegte eine Splitterverletzung am Arm und Splitter im Auge und im ganzen Gesicht herum, und dann sind wir da gelandet und zwei Sanitätsdienst gerade hinter drin, die mit zum Verladen mithelfen sollten, ich sag: „Raus, raus, raus, raus, raus, raus."



2. G. Kluge
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Das war uns, die Angst da, wir hatten, kannten keine Angst. Also Angst kannten wir überhaupt nicht. Auch wenn die, da waren Bombenangriffe, die Züge, das wurde alles bombardiert und mit den Tieffliegern beschossen. Wir haben da nie Angst gehabt. Darüber habe ich auch mal mit meinem Bruder gesprochen, wie das so war, ob er da wohl Angst gehabt hätte. Der sagte das Gleiche, was ich sage. Angst empfanden wir nicht. Meine Mutter, die hatte Angst. Das hat sie uns auch gesagt. Aber die hat das ja ganz anders gesehen als wir.

3. Karl-Heinz Schipfmann
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Hatten wir ein paar Steine rausgehauen, da hatten wir das MG in Stellung gebracht, mein Kumpel und ich, und da sehen wir den, sehen wir, wie der Russe erst mal ankommt im Nebel, auch ausgeschwärmt, die Infanterie und der Panzer rollte vor. Schoß alle Augenblick mal in das Dorf rein, und da sag ich, ich sag: „Da dürfen wir, auf die Soldaten dürfen wir noch nicht schießen, die müssen ganz dicht rankommen." Aber ich gehe eben und melde eben, dass der Panzer kommt, auf dem Dings hatten wir unseren Hauptmann da stehen, und ich gehe raus, und da fängt, ich bin gerade draußen, und da fängt der an und schießt mit dem MG, und ich laufe zurück und sage: „Raus", ich sag, weil ich Angst hatte, der Panzer schießt, und so war es auch, und da schreit er: „Ja, mich hat es erwischt, der Fuß ist ab, mein Bein ist ab, mein Bein ist ab." Ich merkte bloß einen Schlag und, und, und, und Staub und Dreck und, ja, und dann sage ich: „Komm", und da merke ich, dass ich im linken Fuß, dass der linke Fuß kaputt war. Ja, und dann bin ich rausgehüpft.

4. Hedwig Künneke
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Und die Kinder hier, sie wurden als Jungmädel und als Pimpf hier beschäftigt, es hat ihnen Spaß gemacht Sport zu betreiben und gemeinsam kleine Märsche zu machen, zu singen und einfach fröhlich zu leben, und sie hatten Raum zum Spielen und alles. Und die Führung, die machte allerdings bei den Größeren, bei den BDM Mädel ( Bund Deutscher Mädel ) und bei der Hitler-Jugend, doch schon politische Schulung. Sie (NSDAP) kamen sich, wie gesagt, so wichtig vor und feierten sich selbst und nutzten die Jugend schon aus, aber das konnte die Jugend ja gar nicht überblicken.


5. Frau Menne
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Ja, bemerkt habe ich das wohl, aber mein Vater hatte was gegen Politik. Wir sind dann im Hintergrund geblieben, aber das bahnte sich da schon an. Die Judenverfolgung, die war da ganz groß. Ich habe auch bei einer jüdischen Firma gearbeitet, aber eine kulante Firma. Die bezahlte gut und ich habe in Warenhäusern die Ware verkauft für die jüdische Firma, aber immer kulant, immer im voraus bezahlt, und den Firmeninhaber habe ich nie zu Gesicht bekommen. Der wohnte in Frankfurt, da habe ich Geld verdient mit meiner Redegewandtheit, also ich habe den Leuten was verkauft, die da vorbeigingen. Da hatte ich in kurzer Zeit schon eine Traube da stehen, Leute, die sich dafür interessierten .

6. Hermann Leifker
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Und dann kam ´33, Ende Januar, 13. Januar, ich lag mit der Grippe im Bett in Münster im Theologenkonvikt, da klopft abends einer von meinem Studienkursus bei mir an: „Adolf Hitler ist Reichskanzler". Sag ich: „Oh Herr, oh Herr, oh Herr, Reichskanzler Adolf Hitler, was mag das bloß werden ?" Und da haben wir im Stillen gehofft, na ja, der stößt sich die Hörner auch nochmal ab, wie die andere Regierung, eine wieder hoch, wieder in den Keller. So haben wir dann noch im Stillen gehofft, aber dann merkten wir, dass er doch vieles hinter sich hat, vor allen Dingen durch sein Versprechen: „Ich verschaffe euch Arbeit". Man muß sich hineindenken in die Situation, keine Arbeit, keine Aussicht zu haben, immer noch wird alles schlechter.

7. Frau Ohl
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Ja, auch sehr viele im Ghetto (In Riga) haben bei der Wehrmacht gearbeitet, und da war Wehrmachtsbekleidung und Leute haben aus dem Reich gestrickt (Winterhilfswerk), und was weiß ich. Wer was mitnahm, auch an Lebensmitteln, der wurde erschossen oder erhängt.
Da wohnte (im Getto von Riga ) eine Familie Salomon, die aus Münster waren, meine Eltern waren mit ihnen befreundet, als wir noch in Münster wohnten, und die Tochter ging ein Weilchen mit mir zur Schule, oder höheren Schule, wo wir dann zurückgeschickt wurden.

8. Hubert Teschlade
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Ja, wir waren mit die letzten, die Starica verlassen haben. Am Rande der Stadt rückten schon russische Panzer mit Geschützfeuer vor, waren schon knapp hinter uns. Und wir mußten viele Verwundete dort lassen. Soviel ich weiß, hat sowohl ein Militärarzt wie auch ein Theologe, ein Feldgeistlicher, waren bereit bei denen zu bleiben und mit in Gefangenschaft zu gehen. An der Straße lagen viele halbverfrorene, kranke Leute. Es war mindestens über 40 Grad Kälte zu der Zeit-, und sie bettelten doch mitgenommen zu werden.

9. Gerhard Dingermann
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Ich habe zum Beispiel, da wurde ich auch wieder geholt. Da war ein junger Kamerad, den hatten sie schon da abgelegt, sagten sie mir: „Der, der stirbt jetzt, da können wir nichts mehr dran machen". Zu dem bin ich hingekommen und habe gesagt: „Kamerad, hör mal, ich bin Priester, kann ich dir irgendwie behilflich sein, kann ich dir die heiligen Sakramente geben?" Der dann lautlos schrie: „Ich will nicht sterben, ich will nicht sterben!" Den ich denn so weit gekriegt habe, dass er dann auch sein ja dazu sagte zum Sterben, wußte, es ging nicht mehr. Aber sonst waren die ja zu schnell wieder weg. Die wurden ja operiert und immer wieder weggeschickt, immer wieder weiter. So dass sie ja nie bei uns blieben, das waren ja nur kurze Augenblicke, wo ich die Leute hatte, und wo ich mit denen sprechen konnte. Und das Wichtigste war für sie immer wieder: „Was meinst du, geht es mir gut, kann ich wieder gesund werden? Die anderen sagen mir nichts".

10. Willi Schulz
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Wir lagen außerhalb, und ich mußte was abholen aus diesem Dorf, aus einem Gefechtsstand von uns. Und auf diesem Weg lagen dann zwei tote Amerikaner. Das ist mir so haften geblieben, dass ich, dass ich mich irgendwo habe, ja, ich könnte wohl bald sagen, dass ich für einen Moment Angst gehabt habe. Ich habe wirklich Angst gehabt und gedacht: „Meine, das passiert, und das kann dir auch passieren.
Und ich bin von da weggegangen, wieder zu dem Gefechtsposten, wo ich mit den anderen war, und habe das erzählt. Und das ist mir unheimlich in Erinnerung geblieben.

11. Harald Sander
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Man will ja wieder weg. Also, nach den Schüssen sind wir sofort auf Tiefe gegangen, haben uns unten hingelegt, und dann mußten wir ja still sein. Da darf man ja kein Geräusch, kein metallisches, denn kamen sofort die Angriffe von den Engländern wieder. Und denn kam diese „ Asdic„( Sonar ), wie man das nennt, das hört sich so an, als wenn einer eine Hand voll Kiesel nimmt, und die gegen den Bootskörper wirft. Das ist immer so: „Tick, tick, tick, tick", geht das so in Abständen und so weiter. Und denn kommt das so. Und es war eine Weile ruhig, und denn hörten wir den Zerstörer zurückkommen. Der andere, der fuhr natürlich weiter und dann kam der Zerstörer und probierte uns zu suchen.




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